• Bettina Stephanie

Gefühlsmemmory


Sie kommen und gehen und begleiten uns durch die Kindheit, durch die Jugend, durch unser junges Erwachsenenalter und auch später noch. Eigentlich sind sie die lebenslangen Begleiter -unsere Gefühle.

Sind wirklich alle okay und warum gibt es welche, die einem angenehmer, leichter fallen als andere?


Meist traten Kinder in meiner Arbeit als Sozialpädagogin an mich heran, als wir eine Gefühlsuhr bastelten und meinten:

"Diese Gefühle sind toll und die sind anstrengend. Nimm bitte gleich rot und grün zum Unterteilen.

Die brauche ich nicht, wenn ich in der Schule bin und die nicht, wenn wir einen Ausflug machen. Wenn Papa schlechte Laune hat, dann lass ich diese Gefühle lieber bleiben."

Wow, "chamäleonartig" gelingt es uns schon von früh an, uns an die Begebenheiten anderer anzupassen und uns möglichst ähnlich zu verhalten, wie die anderen.

Wir sind oft Meister in "Unliebsame Gefühle zu verstecken und die Schönen, Tollen, Lustigen an der Oberfläche glänzen zu lassen".


ABER bei wem darf man sein, wie man ist? Bei wem wird man geliebt, auch wenn man die stacheligen, anstrengenden, lauten und fordernden Gefühle auspacken möchte?


Babys sind diesbezüglich wirklich einzigartig. Sie zeigen, was da ist, wenn man sie lässt und ihnen eine Bühne der Aufmerksamkeit schenkt. Ohne Ablenkung, einfach nur indem man da ist und zuhört. Das ist wundervoll und ein schöner Beitrag für die Zukunft, die etwas weiter gedacht wird als nur für das nächste Jahr.


Nehmen wir mal stellvertretend für die Gefühle das Thema Abschied und das des Loslassens mit all seinen Gefühlsfacetten:


Es war und ist ein Thema für mich und wahrscheinlich auch für den einen oder anderen unter ihnen auch.


Verbirgt sich dahinter die Angst vor dem Alleine gelassen werden oder die Frage nach dem wer ist denn noch da? Angst vor der Traurigkeit oder der Ohnmacht mit dem Verlust zu leben? Kann ich getrost loslassen, wenn ich die Person zu wenig kenne, zu der mein Kind geht? Nur um einige Gedanken zu nennen, die in mir hochkommen.


Loslassen kann bedeuten, dass wir einen Moment ganz frei sind und die Arme offen halten können, bis wir etwas wiederkommt.


Loslassen kann auch bedeuten, dass wir uns von etwas verabschieden müssen oder wollen, das nicht mehr kommen kann.


Loslassen kann auch Befreiung von alten Gefühlen und Lasten bedeuten.


Loslassen darf auch Wachstum und Weiterentwicklung bedeuten, wenn ich meinem Kind innerlich "erlaube" die nächsten Entwicklungsschritte zu gehen, dass es die Welt entdecken kann und immer dann umkehren darf, wenn es uns Erwachsenen zum Kraft und Liebe tanken braucht.


Also hat es auch viele gute Seiten das Thema des Abschieds mit seinen vielseitigen Gefühlsbegleitern. Ich denke kein Gefühl hat nur eine Seite der Medaille. Wie sehen Sie das liebe Leserinnen und Leser?


Eine spannende CD zum liebevollen Umgang mit den Gefühlsgefährten möchte ich hier noch für Sie empfehlen "Meine Gefühle werden meine Freunde "von Robert Betz .Im Link finden Sie auch eine Hörprobe dazu.


Alles Liebe wünsche ich ihnen von Herzen!





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